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Nach der Arbeit ist vor der Schule – warum ich mir das antue

·837 Wörter·4 min

Warum ich zurück in die Schule gegangen bin
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Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich noch einmal die Schulbank drücke, hätte ich wahrscheinlich gelacht. Ich hatte meinen Job, meine Routinen, mein Leben – Schule war für mich abgeschlossen. Und doch habe ich irgendwann gemerkt: Da geht noch mehr. Mehr Wissen, mehr Möglichkeiten, mehr Zukunft.

Die Entscheidung für die Abend HAK war für mich keine spontane Laune, sondern das Ergebnis vieler Gedanken: Will ich beruflich weiterkommen? Will ich mir die Option auf ein Studium offenhalten? Will ich mir selbst beweisen, dass ich das kann? Die Antwort darauf war irgendwann ein klares Ja.

Was die Abend HAK für mich bedeutet
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Die Abend HAK ist für mich viel mehr als „nur“ eine Abendschule. Es ist eine vollwertige kaufmännische Ausbildung mit Matura, die speziell für Menschen wie mich gemacht ist: Berufstätige, Quereinsteigerinnen, Spätzünder, die noch einmal neu durchstarten wollen.

Der Unterricht findet an mehreren Abenden in der Woche statt, über mehrere Jahre hinweg. Das klingt lang – und ist es auch – aber es macht die Ausbildung mit einem normalen Arbeitsalltag vereinbar. Ich gehe nicht „zurück“ in die Schule wie ein Teenager, sondern nehme einen neuen Weg als Erwachsene, mit all meinen bisherigen Erfahrungen im Gepäck.

Meine Motivation und meine Ziele
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Am Anfang stand für mich ein ganz einfacher Gedanke: Ich möchte mir Türen öffnen, die im Moment noch zu sind. Eine Matura ist in vielen Bereichen der Schlüssel – sei es für einen beruflichen Aufstieg, ein Studium oder einfach mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt.

Gleichzeitig wollte ich das, was ich in meinem Job täglich erlebe, besser verstehen: Wie funktionieren Unternehmen wirklich? Was sagen die Zahlen in einer Bilanz aus? Wie hängen Wirtschaft, Recht und Gesellschaft zusammen? Mein Ziel ist nicht nur ein Stück Papier, sondern ein echtes Verständnis. Langfristig träume ich davon, entweder im Unternehmen mehr Verantwortung zu übernehmen oder vielleicht sogar einmal etwas Eigenes aufzubauen.

Mein Alltag zwischen Arbeit und Abend HAK
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Ein typischer Tag sieht bei mir ungefähr so aus: tagsüber arbeiten, abends Schule. Nach der Arbeit schnell nach Hause oder direkt in die Klasse, kurz durchatmen – und dann geht es los mit Rechnungswesen, Betriebswirtschaft, Sprachen oder Informatik.

Natürlich ist es anstrengend, nach einem vollen Arbeitstag noch mehrere Stunden konzentriert im Unterricht zu sitzen. Aber ich habe mir Routinen aufgebaut: Ich plane meine Woche genauer, lege Lernzeiten fest, baue bewusst Pausen ein und lerne, auch einmal „Nein“ zu sagen, wenn es zu viel wird. Spontane Abende auf der Couch sind seltener geworden – dafür habe ich das gute Gefühl, aktiv an meiner Zukunft zu arbeiten.

Besonders spannend finde ich, wie praxisnah vieles ist. Viele Inhalte kann ich direkt mit meinem Berufsalltag verbinden. Dinge, die im Job bisher einfach „so“ passiert sind, bekommen plötzlich einen Hintergrund und eine Struktur.

Was ich an der Abend HAK schätze
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Es gibt einige Dinge, die ich an der Abend HAK wirklich liebe:

  • Ich kann weiterarbeiten und muss meinen Job nicht aufgeben. Ich baue mir nebenbei neue Qualifikationen auf.
  • Ich bin mit Menschen in einer Klasse, die alle aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen kommen, aber ein gemeinsames Ziel haben. Das sorgt für eine besondere, erwachsene Lernatmosphäre.
  • Ich habe das Gefühl, im Kopf wieder „anzugehen“. Neues zu lernen macht etwas mit einem – man wird neugieriger, wacher, selbstbewusster.

Die Perspektiven motivieren mich zusätzlich: Mit der Matura stehen mir später nicht nur mehr Jobs offen, sondern auch der Weg an eine FH oder Uni. Allein das zu wissen, fühlt sich gut an.

Herausforderungen – und wie ich damit umgehe
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Natürlich ist nicht alles leicht. Es gibt Tage, an denen ich müde in der Klasse sitze und mich frage, warum ich mir das antue. Es gibt Prüfungsphasen, in denen Freizeit praktisch nicht existiert. Es gibt Momente, in denen Zweifel aufkommen.

Was mir hilft:

  • Ein realistischer Lernplan statt Last-Minute-Panik.
  • Offen mit meinem Umfeld zu kommunizieren, wenn ich weniger Zeit habe.
  • Mir bewusst zu machen, warum ich das alles mache – mein „Warum“ ist mein Anker.
  • Kleine Erfolge zu feiern: eine bestandene Prüfung, ein Thema endlich verstanden, eine gute Note, mit der ich nicht gerechnet habe.

Ich habe gelernt, dass es okay ist, nicht immer perfekt zu funktionieren. Wichtig ist, dranzubleiben.

Mein Zwischenfazit – und mein Blick nach vorne
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Seit ich die Abend HAK besuche, hat sich einiges verändert. Ich bin müder als früher, ja – aber auch stolzer. Ich habe das Gefühl, mein Leben aktiv zu gestalten, statt nur im Alltag zu funktionieren. Ich traue mir mehr zu und merke, wie sehr ich als Person wachse.

Würde ich mich noch einmal für die Abend HAK entscheiden? Ja. Nicht, weil es leicht ist, sondern weil es sich richtig anfühlt. Ich kann jedem und jeder, die darüber nachdenkt, nur empfehlen, sich ernsthaft mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen – egal, ob man 20, 30, 40 oder älter ist.

Ich freue mich auf den Moment, in dem ich mein Abschlusszeugnis in der Hand halte. Bis dahin heißt es: weiterarbeiten, weitermachen, weitermaturieren – Abend für Abend, Schritt für Schritt, in Richtung Zukunft.

Yan
Autor
Yan
Ich bin Yan, ein abendlicher HAK‑Schüler und Technik‑Nerd aus dem Burgenland. In diesem Blog halte ich fest, was ich lerne, welche Tools und Projekte mich beschäftigen und wie ich Job, Weiterbildung und Alltag unter einen Hut bringe.